Multitron

Aufgabe:IT-Shelter Wechloy
Zeitraum:Februar-Juni 2019
Standort:Oldenburg
Verfasser:Hannes Richter

Die ehrgeizigen Pläne zur Errichtung eines Technologieparks beziehen ein großes Gebiet in Wechloy, zwischen der Autobahn A28 im Norden und den Bahngleisen im Süden ein. Die neu errichteten Gebäude des weitläufigen IT-Campus werden zu großen Teilen der Carl von Ossietzky Universität angehören. Der Standort auf dem zu beplanenden Grundstück bietet den ersten Blickbezug, wenn man von der Ammerländer Heerstraße in den Technologiepark einbiegt. Daher nimmt das Mehrzweckgebäude Multitron einen äußerst representativen Standort ein. Das Gebäude des Unternehmens Würth, welches auf dem angrenzenden Grundtück steht, weist eine immense Distanz zur Straße und der Kreuzung auf. Vier Reihen PKW-Stellplätze und der entsprechende Rangierraum grenzen den Bau zur Straße ab. Es ist daher eine relativ offene Platz-Situation an dieser Kreuzung vorhanden, da auch die große Terrasse der Gastwirtschaft Bar-Celona, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, in diese Richtung weisend angelegt ist. Da für die Kubatur der weiteren Gebäude des IT-Campus, im Rahmen der Ausarbeitung der Masterthesis, noch Freiraum für eigene Wunschvorstellungen zulässig ist, orientiere ich mich an den Darstellungen im Bebauungsplan W – 796.

Die Baukörper des Helmholtzinstituts und der Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften,
sind mit geringem Abstand zur Straße eingeplant. Um eine schrittweise Annäherung
an die Straße zu schaffen, vermittelt das Multitron die weite Distanz zum Würth-Gebäude und
die engere Bebauung, die sich im weiteren Straßenverlauf darstellt. Bei der Ausrichtung der
Gebäudekanten ist eine Abtreppung in der Abfolge der ersten drei Gebäude vorgesehen. Die
Längsseiten des Multitron sind parallel zu der Nachbarbebauung und zu den Grundstücksgrenzen.
So wird man dezent in die engere Bebauung geleitet und die Abzweigung von der Ammerländer
Heerstraße erfährt eine empfängliche Geste hinein in den IT-Campus. Der Haupteingang
des Multitron ist auffällig zur Straße hin ausgerichtet und barrierefrei erreichbar. Radfahrer
können ihre Fahrräder linksseits des Gebäudes abstellen und Autofahrer finden die Zufahrt zur
Tiefgarage parallel zur östlichen Grundstücksgrenze. Man betritt das Multitron direkt in einen
12 Meter hohen Luftraum. Dieser wird von mehreren Brücken durchkreuzt, welche die verschiedenen
Arbeitsbereiche verbinden. Man gelangt entweder direkt zu einem Empfang- und
Ausstellungsbereich oder begibt sich weiter hinein und gelangt zu der Werkstatt und dem
Labor. Diese spezielleren Räumlichkeiten befinden sich im Erdgeschoss, während alle Büro- und
Seminarräume sich in den beiden Obergeschossen befinden. Dadurch wird ein intuitives Raumnutzungsverständnis
gefördert. Treppen führen direkt in dem zentralen Atrium hinauf, an den
Arbeitsbereichen vorbei und bieten auch Einblicke in die Werk- und Veranstaltungshalle.
Die großflächigen Dachfensterflächen sorgen für reichlich Tageslicht in dem Atrium und in der
Veranstaltungshalle. Der nördliche Gebäudeteil ist vorwiegend für Freizeitaktivitäten ausgelegt.
Es befindet sich im Erdgeschoss das Cafe, welches sich zu einem Außenbereich in östliche
Richtung öffnet. Insgesamt gibt es im Erdgeschoss drei Ausgänge in östliche Richtung, da sich
künftig in dieser Richtung der weitere Technologiepark erstrecken wird. Außerdem ist eine
direkte Fußwegverbindung zum nördlich gelegenen öffentlichen Nahversorger am Pophankenweg
geplant. Der KFZ-Verkehr wird in nordöstlicher Richtung vom Grundstück geleitet, damit
Fußgänger und Radfahrer davon unbehelligt bleiben. Anlieferungen können von Nordwesten
auf das Grundstück gelangen. Dafür wird sich die Anlieferungszufahrt mit den angrenzenden
Unternehmen geteilt. Im ersten Obergeschoss des nördlichen Gebäudeteils befindet sich ein
Fitness- und Saunabereich. Die darüber liegenden Geschosse beherbergen die Doppelzimmer des Boarding Houses.

Die besondere Qualität des Multitron ist das nutzbare Dach, welches großflächig zum begehen,
zur Betätigung an mobilen Arbeitsgeräten oder zur Verbringung der Freizeit eingerichtet ist. Es
befindet sich auf dem Dach auch eine kleine Freiluftküche, die mit zwei Faltwänden geöffnet
und geschlossen werden kann.
Der Baukörper ist in Holzrahmenbauweise geplant. Lediglich die Tiefgarage wird in Stahlbeton
gebaut.
Zum Sonnenschutz befinden sich vor der Außenseite der großformatigen Fenster, vorgehängte
Lamellen aus Aluminium. Diese richten sich nach dem Sonnenstand aus und sorgen für ausreichende
Verschattung in den PC-Räumen.